Strommarkt in der Entwicklung
Nichts ist so geringem Wettbewerb unterworfen, wie der Energiesektor. Wer kennt nicht das alltägliche Bild von der Tankstelle, wenn alle zeitgleich die Preise anheben oder senken. Auch wenn es zwischen den einzelnen Anbietern geringe Abweichungen mag, im Großen und Ganzen drängt sich der Verdacht der Preisabsprachen immer wieder auf.
Ähnlich verhält es sich auch auf dem Gassektor, was immer wieder durch die leidige Ölpreisbindung begründet wird. Vielmehr ist hier jedoch so gut wie kein Wettbewerb vorhanden, der sich nachhaltig auf die Preisgestaltung auswirken könnte.
Doch auch auf dem Stromsektor sind wir von einer marktwirtschaftlichen Preisentwicklung noch weit entfernt. Angebot und Nachfrage wirken sich lange nicht so drastisch auf die Stromtarife aus, wie im alltäglichen Handel. Wer sich mal die Mühe macht, einen Strompreisvergleich durchzuführen, wird schnell feststellen, dass es zwar enorme Unterschiede zwischen den Anbietern geben kann, diese jedoch eine andere Begründung liefern, als etwa die Nachfrage an sich. Tarifabweichungen liegen entweder an der Produktionsform des Strom (Kernkraft, Kohle, Ökostrom), oder aber an der Art der Zahlung. Wer bereit ist, seinen Strombedarf für das gesamte Jahr im Voraus zu leisten, kann durchaus große Einsparungen erzielen.
Ebenso verhält es sich auch mit der örtlichen Komponente. So kann es beim Stromanbieter Hamburg zu ganz anderen Tarif- und Zahlungsmodellen kommen, als andernorts. Dies liegt zumeist daran, dass vor allem kleinere und mittlere Unternehmen ihre Stromproduktion auf die regionale Ebene beschränken. Zu groß wäre der Aufwand, den Strom deutschlandweit ins Netz einzuspeisen.
Um jedoch einen liberalen und freien Strommarkt zu erhalten, sind noch viele Anstrengungen notwendig. Der Weg zur Preisgestaltung via Angebot und Nachfrage ist noch weit.







